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Big Five gegen den Wind

Sheryl Sandberg hat ein Buch geschrieben über Frauen und Führungspositionen. Sie ist gegen eine Quotierung. Tatsächlich gibt es andere Wege. Einer davon heisst Big Five for Life
Sheryl Sandberg hat ein Buch geschrieben über Frauen und Führungspositionen. Sie ist gegen ein Quotierung. Tatsächlich gibt es andere Wege. Einer davon heisst Big Five for Life
Sheryl Sandberg ist eine Frau. Sie ist eine Frau in Führungspositionen (Google, Facebook) und sie möchte nicht alleine bleiben. Daher hat sie ein Buch geschrieben, dass in diesen Tagen auf deutsch erschienen ist, und in dem sie Frauen dazu aufruft, sich stärker einzumischen. Lean In: Women, Work, and the Will to Lead lautet entsprechend der programmatische Titel Ihres Buches: Hängt euch rein, stemmt euch dagegen! Gemeint ist, so schreibt Sandberg, dass es in der heutigen Gesellschaft starke Tendenzen, strukturelle Hindernisse und offenen oder verdeckten Sexismus gibt, die den Anteil von Frauen in Führungspositionen überproportional stark begrenzen, gemessen am hohen Anteil hochqualifizierter Absolventinnen und nichtakademischer Berufseinsteigerinnen. Auch Frauen selbst, so Sandberg, tragen durch ihre Haltung in bestimmten Situationen dazu bei, dass nicht sie, sondern männliche Kollegen die Führungsposition besetzen und Frauen unterrepräsentiert bleiben. Diesen Trend kann man bedauern, oder ihn wie Sandberg als quasi natürlichen Gegenwind betrachten, gegen den Frau sich stemmen muss und kann, um ihre Position zu behaupten.

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Henne oder Ei?

© koszivu - Fotolia.com
© koszivu – Fotolia.com
Wie führe ich Mitarbeiter so, dass sie ihr volles Potential entfalten können? So, dass es dem Unternehmen genau so gut tut, wie den Menschen, die in ihm und für es arbeiten.
Zuweilen hat man den Eindruck, dass es eine klassische Henne/Ei-Situation ist: Vorrang haben die Betriebsergebnisse. „Weiche Faktoren“ gelten als „nice to have’s“ und nicht als „must“ In der Denke vieler Manager: nur wenn es dem Unternehmen gut geht, kann es es sich leisten, seine Mitarbeiter besser zu behandeln als nötig. Doch: wann geht es ihm gut? Ist eine Mitarbeiter-orientierte Führung nur möglich, wenn ausreichend positive Ergebnisse erzielt werden? Das würde bedeuten, gute Führung ist eine Belohnung für Mitarbeiter, die sie sich zuvor selbst verdienen müssen. Am Beginn eines Unternehmens werden noch keine Gewinne erzielt; ist der anscheinend aufwändigere Führungsstil also eine Investition, die zum Start-Up in die Finanzplanung eingestellt und vorfinanziert werden muss, damit sie sich über gute Ergebnisse auszahlt? Weiterlesen →Henne oder Ei?

Ziele für das neue Jahr

Viele Führungskräfte nutzen diese Tage „zwischen den Feiertagen“ zur Rückschau auf das vergangene Jahr und zur Planung ihrer Erfolgs-Ziele für 2013. Abgesehen davon, dass es wenig aussichtsreich ist, „Erfolg“ zu planen, wenn nicht klar ist, was wirklich zählt im Leben, also wenn keine Klarheit über die eigenen Big Five for Life besteht, hat mich dieser Beitrag von Leadership Freak Dan Rockwell dazu angeregt, die Bedeutung des Ansatzes von Thomas Derale für die Jahresplanung zu betonen. Weiterlesen →Ziele für das neue Jahr

Das Maß der Dinge

How will you measure your life
Ein Artikel im Online Tech Magazin t3n in der Facebook-Timeline einer Kollegin hat dort zu einer spannenden Diskussion über den Mythos Work Life Balance geführt.
Konkret ging es um die Frage, ob es nicht ein Privileg Weniger sei, vor allem von Unternehmern, Privates und ihre Arbeit ausgewogen zu balancieren. Es gebe, so meinte eine Kommentatorin, Konstellationen, in denen manche(r) hin- und herhetzen müsse, um alles unter einen Hut zu bringen. Da könne man sich schon nach etwas mehr Balance sehnen. Dieser an sich naheliegende Gedanke hat mich zu folgender Überlegung angeregt:

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Die Vision Thomas Derales

Zum mittlerweile fünften Mal hat heute meine Kollegin Friederike Seiffert das Big Five for Life Gespräch im Forum der MyBigFive-Gruppe auf XING geführt. Nicht weil es ein kleines Jubiläum gewesen wäre (was es nach einem halben Jahr und fünf Ausgaben dennoch war), sondern weil es zum Jahresabschluss Neuigkeiten rund um die Big Five for Life zu berichten gab, hat Friedrike heute mich eingeladen. Unser Gespräch hatte folgenden Wortlaut.

17.12.2012, 10:28
Friederike Seiffert: Das Big Five for Life Gespräch Nr. 5, Zu Gast: Dr. Uwe Alschner
Guten Morgen Uwe,
sei herzlich Willkommen zum adventlichen Big Five for Life Gespräch!

Dr. Uwe Alschner, Big Five for Life™ Deutschland: Guten Morgen, Friederike,
Und guten Morgen allen Mitlesern,

sollten meine Antworten manchmal etwas verzögert kommen, liegt das daran, dass die Deutsche Bahn heute im ICE nur eine langsame Edge-Verbindung ermöglicht. Aber das soll unserem Gespräch keinen Abbruch tun!
Dir, Friederike, erst einmal herzlichen Dank für dein Engagement rund um die Big Five und Gratulation zur tollen Idee dieses XING-Gespräches, was du von Jan H. Winter übernommen hast, wenn ich mich richtig erinnere!

Friederike Seiffert: Danke für den Dank! Nun, das mit der schlechten Internetverbindung spüren wir ja gleich mächtig. Doch egal.
Laß uns gleich in die Thematik rund um die Big Five for Life einsteigen, denn wer weiß, wieviele Tunnels Du auf Deiner Zugfahrt noch vor Dir hast ;-))

Uwe, für Dich sind die Big Five for Life nicht allein Herzenswunsch, sondern auch Business. Gerade im Moment sitzt Du zum Beispiel in Sachen Big Five for Life im Zug Richtung Wien.
Was hat das Business mit Deinen persönlichen Big Five for Life zu tun?

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Ethik oder Markt? Wer hat den grösseren Bedarf nach dem anderen?

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Wolf Lotter setzt sich in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brandeins mit der Suche nach dem Glück und der Frage nach dem Sinn von Konsum auseinander. Der Text ist interessant. Die These ist trés chique. „Ethik braucht nicht weniger Markt, sondern mehr.“ Fragt sich nur, welche Art von Markt der Autor meint. Ein Beitrag über Konsum, der nicht an einer Stelle den Club of Rome erwähnt ist wirklich bemerkenswert. Richtig ist: die Herausforderung ist gewaltig, weil der reiche, satte Teil der Erde dem armen, hungrigen erklären muss, dass Konsum kein Selbstzweck ist. Gewissermaßen ist das die Strafe für das Naschen vom Baum der „materiellen Erkenntnis“. Denn diese materielle Fülle hat vor allem die Mittel der Erkenntnis (Wissenschaft und Forschungsinstitute) mit sich gebracht, die heute zwingend nahelegt, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Wie, das ist die spannende Frage. Dazu bleibt der Autor leider Antworten schuldig, bzw. äussert sich sehr missverständlich. Ethischer Markt, bon. Aber dann ein Markt, der alle Güter handelbar macht. Auch natürliche Ressourcen. Dann ergeben sich Preise, die fast zwangsläufig zu weniger Konsum führen. Nicht nur zwischen Nord und Süd wird sich dann die Verteilungsfrage neu stellen. Soll diese Frage produktiv beantwortet werden, muss es wohl eine Aufwertung immaterieller Güter geben, oder Herr Lotter?

Dieser Beitrag ist die ergänzte Fassung einer Antwort auf den Post in der Facebook-Timeline von brandeins.

Führungsstark, nicht unverwundbar

Siegfried trinkt das Drachenblut, Arthur Rackham, 1911

Die Wirtschaft steht – wie auch die Politik – vor großen Herausforderungen. „Weiter so“ ist keine Lösung. Schon allein der globale Wettbewerb zwingt zu der Erkenntnis, dass die Rezepte der Vergangenheit für morgen nicht mehr taugen. Sowohl mikro- als auch makroökonomisch ist eine Grenze erreicht, die nahelegt, dass ein „Höher, Schneller, Weiter“ wenn schon nicht ersetzt, so doch zumindest neu definiert gehört. Was ist der Erfolg, den sich Unternehmen und Volkswirtschaften wünschen angesichts von Herausforderungen wie Demografischer Wandel, Klimaveränderung oder Währungs- und Finanzkrise? Und wie müssen Führungspersönlichkeiten ausgestattet sein, die die Menschen in ihrem Verantwortungsbereich glaubwürdig und erfolgreich an den Herausforderungen vorbei und durch die Krisen hindurch führen? Bisheriges Credo: sie müssen nicht nur gut ausgebildet, sondern auch stark sein. Mehr und mehr setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass diese Stärke nicht aus Unverwundbarkeit besteht, sondern aus dem genauen Gegenteil: starke Führungspersönlichkeiten sind verwundbar und haben kein Problem damit, das zu zeigen.

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Das ist nicht gesund

Der »gelbe Schein« von Komiker Atze Schröder. Wenn Arbeitnehmer die Arbeitsunlustbescheinigung vorlegen, ist es bereits zu spät. Das Problem beginnt viel früher.
Arbeitgeber haben das Recht, von krankheitsbedingt abwesenden Arbeitnehmern bereits vom ersten Tag an die Vorlage eines ärztlichen Attests zu verlangen. Das hat das Bundesarbeitsgericht in Erfurt entschieden. Zwar ist dies keine Plattform zur Diskussion juristischer Probleme. Wohl aber ein Ort, an dem Möglichkeiten aufgezeigt werden, den (betriebswirtschaftlichen) Erfolg von Unternehmen durch einfache aber wirkungsvolle Führungsprinzipien zu steigern. Wenn ein Unternehmen (auch ein öffentlich-rechtlicher Sender) seinen Mitarbeitern abverlangt, Krankheit nachzuweisen, ist dies kein arbeitsrechtliches Problem. Es ist ein Problem der Führung.

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Studie: Work/Life-Balance in deutschen Unternehmen aus dem Gleichgewicht

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Was die Arbeitswelt aus uns macht, titelt DIE ZEIT in dieser Woche und beklagt, dass deutsche Unternehmen ihren Mitarbeitern mit zu viel Spaß-Angeboten („Panzerfahren in der Uckermark“) zu nah auf die Pelle rücken. Gefragt sei vielmehr Abstand. Sinnsuche, so das Wochenblatt, habe am Arbeitsplatz auch nichts zu suchen.
Eine Studie der Unternehmensberatung Tower Watson unter Praktikern aus Unternehmen kommt zu einem ganz anderen Ergebnis: Die Work/Life-Balance der Beschäftigten ist nur bei einem Drittel aller Unternehmen in Ordnung. Der Druck auf die Mitarbeiter ist danach fast jedem zweiten Chef häufig zu hoch. Dennoch ziehen viele Unternehmen nicht die richtigen Konsequenzen und richten ihre Personalentwicklung ganzheitlich auf die Beschäftigten aus, hat die Studie ermittelt.

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One Size fits all? Nicht im Unternehmen

Wenn Sie wie viele Führungskräfte das Wochenende nutzen, um liegen Gebliebenes aufzuarbeiten oder Grundsatz-Papiere zu lesen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie sich mit der aktuellen Ausgabe der ZEIT beschäftigt haben. Unter der Überschrift „Was die Arbeitswelt aus uns macht“ berichtete die Hamburger Wochenzeitung darüber, was „gute Mitarbeiter brauchen“. Nicht Spaß, nicht Quälerei, sondern Distanz zum Job. Die sei verloren gegangen, hieß es in dem Aufmacher-Artikel. Und auch wenn der Beitrag eher dem üblichen Muster entsprach, wonach eine gute Schlagzeile allemal besser ist als ein sorgfältig recherchierter und gut belegter Artikel: etwas Wahres ist dran. Wir orientieren uns in der Wirtschaft (wie in der Gesamtgesellschaft) zu stark auf das Extravertierte. Das ist zumindest die Quintessenz des Buches von Susan Cain über „die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt„. Haben Sie also noch die Wahl, was Sie als nächstes lesen wollen: Susan Cain ist eine Pflichtlektüre für Führungskräfte. Warum das so ist?

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