Unendlich wertvoll

Achtsamkeit ist ein geflügeltes Wort im Business geworden. Das Problem mit „geflügelten Worten“ ist ihr unreflektierter und zuweilen inflationärer Gebrauch. Das wäre auch nicht mehr achtsam.

Ein Grund für die erhöhte Aufmerksamkeit und Popularität liegt sicher in der wissenschaftlich bewiesenen stressreduzierenden Wirkung von Praktiken und Techniken der Mindfulness-Bewegung, die seit den 1960er Jahren aus den USA auch nach Europa gekommen ist.

»Take Care of Yourself, to Take Care of Business!«

Aus Amerika
frei übersetzt: »Achte auf dich, damit du dich um’s Geschäft kümmern kannst.«

Doch Achtsamkeit / Mindfulness ist weit mehr als nur ein gutes Mittel, um Führungskräfte von Stress zu befreien. Und ganz gewiss ist Achtsamkeit mehr als ein Mittel zur egozentrischen Leistungsoptimierung. Es ist gewissermaßen das genaue Gegenteil davon. An dieser Stelle möchte ich nur eine Facette von Achtsamkeit betonen, die für nachhaltigen geschäftlichen Erfolg unverzichtbar ist: Umsicht und Verantwortung für alle Menschen im Team, in der Abteilung und im Unternehmen, und für ihre Bedürfnisse im aktuellen Moment. Denn sie sind – wie jeder Mensch – unendlich wertvoll.

Was soll diese Wortspielerei?

Ein nachhaltig erfülltes und erfolgreiches Leben ist weder im Beruf, noch privat möglich, ohne dass wir uns der Dialektik von Gewohnheiten bewusst werden, die über Generationen unser Verhalten bestimmt und unsere Einstellung geprägt haben. Und eine solche Haltung hat sich spätestens in den vergangenen 40+ Jahren durchzusetzen begonnen. Verkürzt lautet sie:

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People, Purpose & Performance

Was ist der Maßstab Ihres Erfolges? Woran wollen Sie am Ende Ihres Lebens gemessen werden?« Haben Sie sich diese Frage einmal gestellt? Es ist die Frage nach dem Sinn des Lebens. Dem Zweck der Existenz, wie es im Buch The Big Five for Life von John Strelecky heisst.

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Faksimile aus dem Buch »Ten Words« von Tom Waite, London 2017

Wenn Sie der Ansicht sind, derart persönliches habe in einem Business-Kontext nichts zu suchen. Hier gehe es um Hard Facts und Perfomance, wie es neudeutsch heisst, dann mögen Sie sich Entlastung erteilen: Sir Richard Branson, einer der unstreitig erfolgreichsten Unternehmerpersönlichkeiten unserer Zeit, antwortete auf diese Frage so: „Messen Sie mich nicht an einem meiner Unternehmen. Messen Sie mich daran, was aus meinen Kindern geworden ist!

Erfolg bemisst sich eben nicht allein in materiellen Dingen. In den seltensten Fällen bemisst sich Erfolg so, möchte ich sogar behaupten. Denn das Leben ist ein unendliches Spiel, wie es Simon Sinek wunderbar ausführlich in seinem Buch beschreibt. Materielles muss am Ende des Lebens hinterlassen werden, daher kann es nicht an sich konstitutiv sein für einen Menschen. Wer sich auf materielle Ziele und Werte ausrichtet, dem kann es sogar gehen wie Ric Elias.

Der gebürtige Puerto Ricaner ist in den USA ein erfolgreicher Gründer und hat im Laufe seiner Karriere zahlreiche Start-Ups gegründet und verkauft. Dies sollte auch mit seiner Firma Red F, heute Red Ventures, so geschehen. Bis zu jenem 15. Januar 2009. Damals war Elias Passagier auf dem Flug USAir 1549. Kurz nach dem Start vom New Yorker Flughafen LaGuardia geriet die startende Maschine in einen Schwarm Vögel und verlor die Schubkraft beider Antriebsdüsen. Es gab Qualmentwicklung in der Kabine und der der Pilot gab die Warnung „Brace for Impact“ über die Lautsprecher an entsetzte Flugbegleiter und Passagiere. Elias war sicher: das überlebe ich nicht.

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Manager? Zirkusdirektor!

Top Manager werden so bezeichnet, weil sie an der Spitze von großen Unternehmen stehen. Aber was macht sie erfolgreich? Und gibt es bekannte Top Manager, die über einen längeren Zeitraum an der Spitze ihrer Organisation stehen? Sinkende Halbwertszeit von Top-Managern, vermeldete vor zwei Jahren eine Personalberatung. Im Durschnitt sei ein Top-Manager fünf Jahre im Amt, bevor er das Unternehmen wieder verlasse. Auf deutsch: Für die Dauer eines Fünf-Jahres-Vertrages binden Unternehmen ihre Top-Entscheider, dann kommt der nächste. Woran liegt das? Und nochmal: Was macht Top-Manager erfolgreich?

Um mit der letzten Frage zu beginnen: Erfolgreich werden Top-Manager eben gerade nicht, wenn man unter Erfolg mehr versteht, als für mehr oder wenige Jahre mit einem hoch dotierten Salär an der Spitze eines Unternehmens zu stehen. Manager kommen an die Spitze, weil sie gelernt haben, zu managen. Wenn sich aber kaum je ein so zu Verantwortung gekommener Manager für einen langfristigen Zeitraum in seiner Position halten kann (hier ist der männliche Sprachgebrauch allein schon deshalb berechtigt, weil es bisher nur wenige Frauen unter Top-Managern gibt), ist vielleicht hier ein Grund für den Mißerfolg zu suchen: Im Managen! Könnte es daran liegen, dass anstatt weitsichtig zu führen (Leadership!), statt dessen kurzfristig gemanaged wird?

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»Binde deinen Karren an einen Stern!«

Bodo Janssen im Gespräch mit MagnifiCoach Uwe Alschner über sein jüngstes Buch. Darin geht um den Abschied von einer zahlengetriebenen Leistungsgesellschaft und die Hinwendung zu einer den Sinn und Menschen stärkenden Gemeinschaft. Es ist damit hoch aktuell.

Bodo Janssen im Gespräch MagnifiCoach Uwe Alschner über sein jüngstes Buch. Es trägt den Titel „Kraftquelle Tradition“ und erscheint im Vier-Türme-Verlag.

Bodo Janssen erzählt im Interview,

  • wie ihn die Mönche des Klosters Münsterschwarzach inspiriert haben, dieses Buch zu schreiben,
  • was ihn oftmals nervt, wenn über Frithjof Bergmann’s Konzept „New Work“ gesprochen wird,
  • warum nicht der Chef allein verantwortlich ist, dass es allen im Unternehmen gut geht,
  • was für ihn der Zweck eines Unternehmens ist,
  • welche Herausforderungen es im Unternehmen „Upstalsboom“ gibt,
  • an welchen Karren er seinen Stern bindet, und warum.

Das Buch „Kraftquelle Tradition“ hat 156 Seiten und trägt den Untertitel „Benediktinische Lebenskunst für heute“. Es enthält zahlreiche praktische Übungen zur Entfaltung von Potenzialen des Einzelnen und beschreibt, was es für ein sinn- und menschenorientiertes Arbeiten in einem wirtschaftlichen Unternehmen braucht.

Mehr Infos über Bodo Janssen und den Upstalsboom-Weg gibt es hier: www.der-upstalsboom-weg.de

Freiheit und Verantwortung

»Die soziale Verantwortung von Unternehmen ist es, Gewinne zu steigern.« Milton Friedman 1970 in der New York Times. Eine zwiespältige Botschaft.

Im November werde ich zum zweiten Mal am ohfamoos-Barcamp teilnehmen. Es findet in diesem Jahr in Essen statt. Dort bin ich eingeladen, in einem Impuls-Referat über das Thema Freiheit zu sprechen. Die Aufgabe teile ich mir mit meiner Kollegin Jeannette Hagen. Elke Tonscheidt, eine der ohfamoos-Herausgeberinnen und eine frühere Kollegin hat mich eingeladen, weil sie weiß, dass für mich die Beschäftigung mit Verantwortung als Grundprinzip eine große Bedeutung besitzt. In der Vorbereitung beschäftige ich mich mit der Abgrenzung verschiedener Begriffe, die meiner Ansicht nach relevant sind, wenn wir über Freiheit und Verantwortung nachdenken und sprechen.

Freiheit ist ein zentraler Wert für uns Menschen. Freiheit wird jedoch unterschiedlich verstanden und definiert. Freiheit statt Sozialismus war beispielsweise einer der stärksten politischen Wahlkampf-Slogans in der Geschichte der CDU. Auch ökonomisch wird großer Wert gelegt auf die unternehmerische Freiheit als Triebfeder von Fortschritt und Wohlstand unserer Gesellschaft. Weiterlesen

Führung, Verantwortung und Erfolg

Ein Zitat, was nicht missverstanden werden sollte: Führung ist entscheidend, wenn ein Unternehmen langfristig erfolgreich bleiben soll
Ein Zitat, was nicht missverstanden werden sollte: Führung ist entscheidend, wenn ein Unternehmen langfristig erfolgreich bleiben soll
Was ist Erfolg? Welche Voraussetzungen braucht er? Was ist der Preis des Erfolges? Diese Fragen werden immer, wieder gemeinsam und getrennt, beleuchtet. Vor allem der Preis des Erfolges wird kontrovers diskutiert, wenn wie aktuell in der Schweiz ein Manager keinen anderen Ausweg sieht als den Tod.
Ohne auf den aktuellen Fall näher eingehen zu können, bietet sich hier doch die Notwendigkeit, grundsätzlich über Führungsverantwortung und Erfolg nachzudenken. Weiterlesen

Mobbing in Unternehmen – nicht mit Thomas Derale

Lesenswerter Beitrag über Mobbing am Arbeitsplatz in der Süddeutschen Zeitung vom 10. Juli 2013
Lesenswerter Beitrag über Mobbing am Arbeitsplatz in der Süddeutschen Zeitung vom 10. Juli 2013
In der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung findet sich ein spannender Beitrag zum Thema „Mobbing in der Arbeitswelt“. Darin heisst es unter anderem, dass der Schaden, den die deutsche Wirtschaft durch Mobbing erleidet, jährlich rund 15 bis 20 Milliarden Euro beträgt. Eine durchschnittliche Fehlzeit durch Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Beeinträchtigung ist mit 37 Tagen mehr als doppelt so lange wie der typische statistische Krankheitsfall in deutschen Unternehmen.

In einem Schreiben an die Redaktion der Süddeutschen habe ich darauf hingewiesen, dass es Möglichkeiten geben könnte, für mehr Wertschätzung und damit für mehr Wertschöpfung in der deutschen Arbeitswelt zu sorgen. Mein Schreiben hat folgenden Wortlaut: Weiterlesen

Die Vision Thomas Derales

Zum mittlerweile fünften Mal hat heute meine Kollegin Friederike Seiffert das Big Five for Life Gespräch im Forum der MyBigFive-Gruppe auf XING geführt. Nicht weil es ein kleines Jubiläum gewesen wäre (was es nach einem halben Jahr und fünf Ausgaben dennoch war), sondern weil es zum Jahresabschluss Neuigkeiten rund um die Big Five for Life zu berichten gab, hat Friedrike heute mich eingeladen. Unser Gespräch hatte folgenden Wortlaut.

17.12.2012, 10:28
Friederike Seiffert: Das Big Five for Life Gespräch Nr. 5, Zu Gast: Dr. Uwe Alschner
Guten Morgen Uwe,
sei herzlich Willkommen zum adventlichen Big Five for Life Gespräch!

Dr. Uwe Alschner, Big Five for Life™ Deutschland: Guten Morgen, Friederike,
Und guten Morgen allen Mitlesern,

sollten meine Antworten manchmal etwas verzögert kommen, liegt das daran, dass die Deutsche Bahn heute im ICE nur eine langsame Edge-Verbindung ermöglicht. Aber das soll unserem Gespräch keinen Abbruch tun!
Dir, Friederike, erst einmal herzlichen Dank für dein Engagement rund um die Big Five und Gratulation zur tollen Idee dieses XING-Gespräches, was du von Jan H. Winter übernommen hast, wenn ich mich richtig erinnere!

Friederike Seiffert: Danke für den Dank! Nun, das mit der schlechten Internetverbindung spüren wir ja gleich mächtig. Doch egal.
Laß uns gleich in die Thematik rund um die Big Five for Life einsteigen, denn wer weiß, wieviele Tunnels Du auf Deiner Zugfahrt noch vor Dir hast ;-))

Uwe, für Dich sind die Big Five for Life nicht allein Herzenswunsch, sondern auch Business. Gerade im Moment sitzt Du zum Beispiel in Sachen Big Five for Life im Zug Richtung Wien.
Was hat das Business mit Deinen persönlichen Big Five for Life zu tun?

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Ethik oder Markt? Wer hat den grösseren Bedarf nach dem anderen?

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Wolf Lotter setzt sich in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins brandeins mit der Suche nach dem Glück und der Frage nach dem Sinn von Konsum auseinander. Der Text ist interessant. Die These ist trés chique. „Ethik braucht nicht weniger Markt, sondern mehr.“ Fragt sich nur, welche Art von Markt der Autor meint. Ein Beitrag über Konsum, der nicht an einer Stelle den Club of Rome erwähnt ist wirklich bemerkenswert. Richtig ist: die Herausforderung ist gewaltig, weil der reiche, satte Teil der Erde dem armen, hungrigen erklären muss, dass Konsum kein Selbstzweck ist. Gewissermaßen ist das die Strafe für das Naschen vom Baum der „materiellen Erkenntnis“. Denn diese materielle Fülle hat vor allem die Mittel der Erkenntnis (Wissenschaft und Forschungsinstitute) mit sich gebracht, die heute zwingend nahelegt, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Wie, das ist die spannende Frage. Dazu bleibt der Autor leider Antworten schuldig, bzw. äussert sich sehr missverständlich. Ethischer Markt, bon. Aber dann ein Markt, der alle Güter handelbar macht. Auch natürliche Ressourcen. Dann ergeben sich Preise, die fast zwangsläufig zu weniger Konsum führen. Nicht nur zwischen Nord und Süd wird sich dann die Verteilungsfrage neu stellen. Soll diese Frage produktiv beantwortet werden, muss es wohl eine Aufwertung immaterieller Güter geben, oder Herr Lotter?

Dieser Beitrag ist die ergänzte Fassung einer Antwort auf den Post in der Facebook-Timeline von brandeins.